1. Die Hand der Verheißung: Einladung vor Unterweisung
Jüngerschaft beginnt nicht mit menschlicher Initiative, sondern mit göttlicher Einladung. Wenn Jesus Christus ruft, tut er dies, bevor der Jünger vollständig versteht, moralisch qualifiziert ist oder die Kosten begreift.
„Folge mir nach.“ (Matthäus 4,19) Sofort folgten ihm Petrus und Andreas.
Diese „Hand“ ist:
- Initiierend – Christus macht den ersten Schritt. 1. Johannes 4,18-19 (ESV)
- 18 In der Liebe gibt es keine Furcht, sondern die vollkommene Liebe vertreibt die Furcht. Denn die Furcht hat mit Strafe zu tun, und wer sich fürchtet, ist in der Liebe noch nicht vollkommen. 19 Wir lieben, weil er uns zuerst geliebt hat.
- Persönlich – Er ruft den Einzelnen beim Namen.
- Beziehungsorientiert – Der Ruf gilt ihm, nicht nur einer Sache oder Lehre.
Wichtig: Diese Einladung erfolgt inmitten des normalen Alltags (Netze, Zollhäuschen, Routinen), nicht nach moralischer oder theologischer Meisterschaft.
Jüngerschaft beginnt daher nicht mit Kompetenz, sondern mit Verfügbarkeit.
2. Identität: Wer wir werden, wenn wir seine Hand ergreifen
Christus’ Ruf anzunehmen bedeutet, eine neue Identität zu erhalten, nicht nur einen neuen Glaubenssatz.
- Kinder (Johannes 1,12)
- Diener (Johannes 12,26)
- Freunde (Johannes 15,15)
- Botschafter (2. Korinther 5,20)
- Glieder seines Leibes (1. Korinther 12,27)
Ein Jünger wird nicht in erster Linie definiert durch:
- Rolle (Diener, Leiter, Freiwilliger)
- Dienstzeit (Jahre im Glauben)
- Leistung (Werke oder Wirksamkeit)
sondern durch seine Zugehörigkeit.
„Wer mir nachfolgen will, der verleugne sich selbst, nehme täglich sein Kreuz auf sich und folge mir nach.“ (Lukas 9,23)
Die Identität kommt vor der Aufgabe. Das Sein kommt vor dem Tun.
3. Der Zusammenhang mit der Erlösung: Vom Ruf zur Wiedergeburt
Der Ruf zur Jüngerschaft ist untrennbar mit der Erlösung verbunden, muss aber richtig verstanden werden.
Erlösung ist nicht nur:
- Vergebung der Sünden
- Entkommen vor dem Gericht
Es ist der Eintritt in ein neues Leben unter der Herrschaft Christi. Ein Übergang zu einer anderen Autorität.
Kolosser 1,13 (ESV) Er hat uns aus der Macht der Finsternis befreit und uns in das Reich seines geliebten Sohnes versetzt.
„Tut Buße und lasst euch taufen … und ihr werdet die Gabe des Heiligen Geistes empfangen.“ (Apostelgeschichte 2,38)
Jüngerschaft und Erlösung überschneiden sich in drei wesentlichen Punkten:
- Reaktion – Der Jünger reagiert gehorsam auf das Evangelium.
- Veränderung – Die Erlösung bewirkt eine Veränderung des Herzens und der Ausrichtung.
- Fortdauer – Das erlöste Leben wird durch fortwährendes Nachfolgen aufrechterhalten.
Die Schrift stellt die Erlösung niemals als statisch dar; sie ist beziehungsbezogen und dynamisch.
4. Die Haltung eines wahren Jüngers: Die innere Einstellung
Über Lehre, Pflicht und Disziplin steht die Einstellung. Die Heilige Schrift betont wiederholt, wie ein Jünger nachfolgen soll.
Zu den wichtigsten Einstellungen gehören:
- Liebe
„Daran werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr einander liebt.“ (Johannes 13,35)
- Glaube
Vertrauen auf Christus, wenn Klarheit fehlt und die Ergebnisse ungewiss sind. „Denn wir wandeln im Glauben und nicht im Schauen.“ (2. Korinther 5,7)
- Lernbereitschaft
Ein Jünger bleibt ein Lernender – er wird niemals unabhängig von Christus.
„Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir, denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig.“ (Matthäus 11,29)
- Demut und Gehorsam
„Wer sich selbst so demütigt wie dieses Kind, der ist der Größte im Himmelreich.“ (Matthäus 18,4)
„Warum nennt ihr mich ‚Herr, Herr‘ und tut nicht, was ich euch sage?“ (Lukas 6,46)
- Treue vor Sichtbarkeit
Gott schätzt Gehorsam im Verborgenen ebenso sehr wie Fruchtbarkeit in der Öffentlichkeit. „Und euer Vater, der im Verborgenen sieht, wird euch belohnen.“ (Matthäus 6,4.6.18)
- Beharrlichkeit
„Und ihr werdet von allen gehasst werden um meines Namens willen. Wer aber bis zum Ende standhaft bleibt, der wird gerettet werden.“ (Matthäus 10,22, ESV)
Gnade ist kostenlos. Jüngerschaft ist kostspielig.
Der Preis ist alles, aber der Gewinn ist das Leben.
5. Die Verbindung zur Welt: Jünger als Gesandte
Ein Jünger wird niemals aus der Welt herausgerufen, ohne auch zurück in sie gesandt zu werden.
„Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch.“ (Johannes 20,21)
Die Hand, die uns erhebt:
- Zeigt auch nach außen
- Entlässt uns auch in die Verantwortung
Jünger leben in Spannung:
- Nicht von der Welt
- Und doch zutiefst für die Welt
Dazu gehört:
- Zeugnis ablegen (Apostelgeschichte 1,8)
- Ein sichtbar anderes Leben führen (Matthäus 5,13–16)
- Das Mitgefühl Christi für die Seelen weitergeben (Matthäus 9,36)
Ein Jünger misst Erfolg nicht nur an persönlicher Heiligkeit, sondern an der Treue zur Mission Christi.
6. Die Hand halten – und selbst zur Hand werden
Jüngerschaft beginnt mit der Hand, die Christus uns entgegenstreckt.
Sie reift, wenn wir lernen, mit ihm zu gehen.
Sie erreicht ihre Vollendung, wenn wir für andere zu seinen Händen werden.
Ein Jünger ist:
- berufen
- verändert
- gesandt
und kontinuierlich geprägt von der Gegenwart, der Absicht und der Verheißung Christi.
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